Tone Bechter - Kameramann - Drehbuchautor - Dokumentarfilmer

Jodok Fink

TOBE Film

Jodok Fink Vizekanzler der ersten Republik, Produktion 2003

Jodok Fink – Bauer, Staatsmann und Volksvertreter. Seine beinahe 50 jährige politische Laufbahn begann 1878. Als er mit 26 Jahren in den Gemeinderat berufen wurde. 1888 wählte ihn seine Heimatgemeinde Andelsbuch zum Bürgermeister, 1890 Vbg. Landtag, 1897 Reichsrat, Mitbegründer der Republik Österreich, 1919 erster Vizekanzler und Präsident der christlich sozialen Partei. Der geniale Verhandlungskünstler erhielt die höchsten kaiserlichen Auszeichnungen und wurde zum Ehrendoktor ernannt.

Statement von Prof. DDr. Wolfgang Dietrich

Statement zum Film "Jodok Fink" von Prof. DDr. Wolfgang Dietrich Politologe, Programmdirektor des MA for Peace, Development, Security and International Conflict Transformation an der Universität Innsbruck:

"Tone Bechter's Film über Jodok Fink ist eine sehr gut recherchierte und liebevoll gestaltete Dokumentation, der es gelingt, über einen biographischen Ansatz eine dramatische Epoche der gesamtösterreichischen Geschichte eindrucksvoll zu vermitteln.

Das didaktisch gelungene Konzept empfiehlt den Film vor allem zum Einsatz im Schulunterricht. Zentral scheint mir dabei die Überlegung, dass der Bregenzerwald - wie auch viele andere buchstäblich "hinterwäldlerische" Gegenden unseres Landes - von Franz Michael Felder bis Toni Innauer eine Vielzahl intellektuell herausragender Persönlichkeiten hervorgebracht hat, die nicht trotz ihres Aufwachsens in der abgelegenen Provinz besondere Talente entwickelten, sondern gerade wegen ihrer Sozialisation fern ab des gesellschaftlichen Parketts der Metropolen.

Vizekanzler Jodok Fink ist deshalb eine herausragende Persönlichkeit der österreichischen Geschichte, weil er weder im politischen Trend seiner Zeit stand, noch vorsätzlich intellektuell gegen diesen andachte, sondern fest verwurzelt in seinem provinziellen Wertesystem schlicht quer dazu stand.

Da zu der herausragenden Begabung auch ein fester Wille und eine heute kaum noch nachvollziehbare Härte gegen sich selbst das Leben dieses Mannes bestimmte, belegt die These, dass es gerade dieses spezifische Aufwachsen in der Provinz des Bregenzerwaldes war, das ihn zu einer Persönlichkeit von historischer Bedeutung heranreifen ließ.

Indem Tone Bechter dies dokumentarisch und überzeugend nachweist, gelingt ihm eine äußerst wertvolle Antithese zum aktuell in der Literatur so beliebten Klischee einer Talente zerstörenden Hölle provinzieller Primitivität."